Bewerbungstraining mit der WUK Arbeitsassistenz
Beitrag von Karin Andre, WUK Arbeitsassistenz
Frau Schindl, eine Recruiterin von Nestlé, nahm sich zwei Stunden Zeit und teilte ihr Wissen und ihre Erfahrungen rund um das Thema „Bewerbung“ mit uns. Die acht Teilnehmer_innen hörten sehr interessiert und gespannt zu, stellten viele Fragen und konnten sich einiges mitnehmen.
Frau Schindl erklärte uns, was bei einem guten Lebenslauf zu beachten ist:
- Ist der Name am Lebenslauf?
- Ist die Wohnadresse (bzw. eine Adresse, an der man gut zu erreichen ist) am Lebenslauf? Eine Adresse besteht immer aus Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort!
- Sind Telefonnummer und E-Mail-Adresse aktuell und korrekt angegeben? Das ist wichtig, weil der erste Kontakt meist per Telefon stattfindet!
Klingt doch logisch, oder? Aber es kommt tatsächlich gar nicht selten vor, dass diese Daten nicht korrekt sind. Unglaublich eigentlich. Denn damit vergibt man die Chance auf die Lehrstelle oder den Job.
- Bei der Schulbildung ist es gut, wenn man – wenn vorhanden – Schwerpunkte aufzählt. Außerdem ist es fein, wenn man Projekte, an denen man teilgenommen hat, erwähnt, oder Arbeiten, die man geschrieben hat (zB die VWA). Hat man Funktionen wie die des/der Schulsprecher_in oder Klassensprecher_in übernommen, sollte man das auch im Lebenslauf erwähnen.
- Bei den Arbeitserfahrungen finden alle Praktika, Schnuppertage, Projektarbeiten und sonstiges Platz. Auch die Teilnahme an Veranstaltungen kann man hier erwähnen oder Preise, die man gewonnen hat. Auch Hilfstätigkeiten sollte man hier vermerken.
- Die aktuellste Information steht immer ganz oben!
- Der Lebenslauf kann auch ergänzt werden um das Lieblingsfach in der Schule, Hobbys, Talente, …
- Gibt es Pausen im Lebenslauf, sollte man die auch angeben und erklären (zB als „persönliche Auszeit“, „Berufsorientierung“, …) denn Ehrlichkeit siegt.
- Bei den Sprachkenntnissen Deutsch bzw. die Muttersprache nicht vergessen!
- Bei mehrseitigen Lebensläufen ist es sinnvoll, auf allen Seiten eine Kopf- oder Fußzeile mit den Kontaktdaten und einer Seitennummerierung einzufügen.
- Wenn ein Foto auf dem Lebenslauf ist, sollte es professionell aussehen! Keine Selfies oder Urlaubsfotos in Badebekleidung.
- Zur formalen Gestaltung: Wähle eine gut lesbare, eher klassische Schrift, die dir aber selbst gut gefällt. Außerdem ist es wichtig, das Dokument als pdf zu verschicken und das Dokument ordentlich zu benennen, zB „Lebenslauf_Name“.
Was ist beim Bewerbungsschreiben zu beachten? - Folgende drei Fragen im Bewerbungsschreiben, das manchmal auch Anschreiben oder Motivationsschreiben genannt wird, sind zu beantworten:
- Warum möchte ich in diesem Unternehmen arbeiten?
- Warum möchte ich genau diesen Job machen?
- Warum soll sich das Unternehmen gerade für mich entscheiden?
- Alle Hintergrundinfos zur eigenen Person, die im Lebenslauf keinen Platz haben, können im Bewerbungsschreiben angegeben werden.
- Das Bewerbungsschreiben sollte nicht zu lange werden (ca. ½ Seite).
- Von entscheidender Bedeutung ist es, den Namen der Ansprechperson im Betrieb richtig zu schreiben! Weiß man nicht, an wen das Schreiben geht, kann man auch „sehr geehrte Damen und Herren“ schreiben.
- Für viele Firmen ist es praktisch, wenn man angibt, wo man von der offenen Stelle erfahren hat.
- Damit die Bewerbung richtig zugeordnet werden kann, ist es wichtig im Betreff bzw. im ersten Satz anzugeben, für welche Stelle konkret man sich bewirbt.
Wird man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, ist es entscheidend, sich gut vorzubereiten: - Wie sieht die Website der Firma aus? Welche Produkte oder Dienstleistungen werden vom Unternehmen angeboten? Welche Standorte gibt es? Wo ist die Zentrale?
- Warum habe ich mich genau bei dieser Firma auf diese Stelle beworben? Was sind meine Stärken und Schwächen? Welche Erfahrungen (zB durch Praktika) bringe ich mit? Was waren dort meine Aufgaben?
- Was werde ich beim Gespräch anziehen? Sind diese Kleidungsstücke gewaschen und gebügelt?
- Am Schluss des Vorstellungsgesprächs wird man meistens aufgefordert, selbst Fragen zu stellen. Nutze die Gelegenheit! Mögliche Fragen: Wie würde mein Tagesablauf aussehen? Wie schaut das Team aus, in dem ich arbeiten werde? Wie läuft die Lehre ab? Was passiert in welchem Lehrjahr? Wie viele Lehrlinge gibt es im Betrieb? …
- Beim Gespräch ist es wichtig, das Gegenüber zu begrüßen, zu lächeln, sich vorzustellen. Auch ein guter Händedruck ist von entscheidender Bedeutung!